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HoW-Szenarien: Prager Offensive 1945
(>) Die Prager Offensive beschreibt die letzte, große militärische Auseinandersetzung auf dem europäischen Kontinent, die zwischen Streitkräften in Korps- beziehungsweise Armeegröße ausgefochten wurde. Bizarrerweise wurde diese Schlacht sogar noch nach der Kapitulation des Deutschen Reiches am 8./9. Mai 1945 weitergeführt, denn Reste der ehemaligen Heeresgruppe Mitte widersetzten sich noch bis zum 11./12. Mai den sowjetischen Angreifern. Dabei war der Kampf um Prag eigentlich eher zufällig entstanden: Inmitten der Rückzugsbewegung der deutschen Heeresverbände entschlossen sich die Tschechen, die Gelegenheit zu nutzen, ihre Besetzung endlich abzuschütteln. In der Frühe des 5. Mai erging daher per Radio die Aufforderung an alle Stadtbewohner, sich den verhassten Besatzern zu widersetzen. Innerhalb eines Tages war rund die Hälfte des Stadtgebietes in der Hand der Aufständigen und die deutschen Garnisionen mussten nach und nach kapitulieren. Anders als vom tschechischen Aufstand erhofft ignorierten die sich zurückziehenden Einheiten der Heeresgruppe Mitte aber nicht den Aufstand in der Stadt. Vielmehr sah man die Möglichkeit gefährdet, über das noch nahezu intakte Eisenbahnnetz Truppen aus Tschechien nach Westen evakuieren zu können. Also begann ein Vorstoß in das Stadtzentrum, während die sowjetischen Einheiten (verstärkt um starke polnische Verbände) auf die ostwärts stehende Front Druck machten. Als die Kämpfe nicht ganz nach den Vorstellungen der Deutschen verliefen, griffen auch Eliteverbände der Waffen-SS in die Kämpfe ein und stießen mit schweren Panzern in die Stadt vor. Die Situation der Aufständigen wurde dadurch prekär und sie erbaten die Hilfe der ROA, der russischen Freiwilligenarmee, die eigentlich auf Seiten der Deutschen kämpfte. Diese wechselte plötzlich die Seiten, in der Hoffnung, sich so in der Nachkriegszeit einen Platz in der Tschechei zu sichern. Denn die Amrikaner waren bereits sehr nah an Prag herangerückt und die ROA hoffte, mit den Amerikanern einen Deal schließen zu können. Doch daraus wurde nichts - die Amerikaner stoppten plötzlich und überließen wie zuvor abgesprochen den Sowjets die Einnahme der Stadt. Daraufhin setzte sich die ROA in Richtung Pilsen ab und überließ die Aufständigen ihrem Schicksal. Aber auch die Deutschen hatten ursprünglich gehofft, die Amerikaner würden die Stadt besetzen und mussten nun raus aus Prag, um der Gefangenschaft durch die Russen zu entgehen. Am 8. Mai wurde daher mit den Tschechen eine Kapitulation vereinbart, die den freien Abzug der Deutschen aus Prag zusicherte. Die Russen wollten dies natürlich nicht zulassen und drängten von Osten her ab dem 9. Mai (also schon nach Eintreten der gesamtdeutschen Kapitulation) in die äußeren Stadtbezirke. Die Deutschen wiederum versuchten, unter Waffengewalt nach Westen hin zu entkommen. Dies gelang jedoch nur einem sehr kleinen Teil. Während der Rückzugsgefechte wurde ein Großteil der Heeresgruppe Mitte bereits in alle Richtungen zerstreut, die letzten konzentrierten Widerstandsnester wurden am 11./12. Mai zur Aufgabe gezwungen, als ein Erreichen der amerikanischen Linien nicht mehr möglich war. Kennzeichnend für das Szenario “Prager Offensive” ist hierbei eine erstaunlich gute Materialausstattung der deutschen Seite - für ein so spätes Szenario. Zwar war man von der Anzahl der Soldaten und Geschütze her weit unterlegen, doch Panzer (bis auf Panther und Tiger) und Flugzeuge waren überproportional gut vertreten. Insbesondere lagen bei Prag zwei wichtige Flugplätze, zu denen in den letzten Kriegsmonaten viele Flugzeuge evakuiert worden waren. Hinzu kamen starke Flakverbände. Da es aber primär um das Erreichen der amerikanischen Linien ging, wurde vieles von dem Material nur noch sporadisch eingesetzt - die Listen macht es indes interessanter. Berücksichtigt wird bei diesem Szenario alles historische Material, welches zwischen dem 5. Mai 1945 (dem Beginn des Aufstandes) und dem 12. Mai 1945 (Kapitulation der Achsenkräfte der Heeresgruppe Mitte) zum Einsatz kam. Eine Besonderheit dieses Kriegsschauplatzes ist es natürlich auch, dass keine Schiffe eine Rolle spielten - dementsprechend sind keine Schiffe zugelassen.
(>) Konwacht, SysOp GNN
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