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Deutsche Meisterschaft 2007 in Düsseldorf: 17.11.2007                                 

Und wie beinahe jeden November stand wieder einmal eine Deutsche Meisterschaft an, die diesmal in Düsseldorf ausgetragen wurde. Wie in den Jahren zuvor wurde mit den Formaten ein wenig experimentiert - nach Strategieformat, Flaggenpool-Format war dieses Mal das Highlander am Start. Allerdings leicht modifiiziert. Wieder einmal lag die Teilnehmeranzahl gefährlich nahe an der magischen 10-Personen-Grenze, wofür diesmal aber vor allem der Bahnstreik und private Verpflichtungen zahlreicher Spieler gesorgt haben dürften, da das vorab bekundete Interesse deutlich größer ausgefallen war. Erfreulich war der große Anteil neuer Spieler, wenngleich die vorderen Plätze dann wenig überraschend an altbekannte Gesichter gingen. Die Dominanz der Achsendecks war diesmal nicht zu brechen, auch wurdenbeinahe ausschließlich Seedecks gespielt. Umso überraschender mutet der zweite Platz von Madserk an, der sich tapfer mit einem reinen Panzer-Landdeck über die von Kreuzern umdampften Inseln vorkämpfte. Daher soll auch er wieder zuerst zu Wort kommen und die Deutsche Meisterschaft aus seiner Sicht schildern. Und auch der Gewinner des Turnieres wird am Ende ausführlich zu Wort kommen.

Sieger im Einzel wurde nämlich dieses Mal GeZi-General mit einem gemischten Control-/Dickschiff-Deck. Da Mephisto, der vielfache Vorsieger durch den Bahnstreik an einer Titelverteidigung gehindert wurde, können wir mit Spannung auf nächstes Jahr und den dann anstehenden Showdown zwischen beiden blicken...

MADSERK

Tadda. Die vierte Deutsche Meisterschaft im HOW ist zu Ende gegangen und wir gratulieren dem neuen Deutschen Meister Gezi-General. Wir sind wieder daheim und ich für meinen Teil bin mit dem Tag sehr zu frieden, nicht nur aus spieltechnischer Sicht.

Ninyu und ich sind gestern schon direkt nach der Arbeit nach Hannover gedüst und haben Lucky besucht, wo auch Gezi - Genral bereits angekommen war. Lecker essen beim Griechen wo sich dann auch Funny dazu gesellte und hinterher noch gemütlich ein par bierchen verhaftet. Dabei hätte ich auch ein Deck bauen sollen, was aber an zu viel Bier und totalem Ideenmangel scheiterte. Also habe ich stattdessen ein fast 1 Jahr altes Achsen - Panzerdeck rausgekramt und mit Gezis Hilfe (Danke dafür) geringfügig modifiziert. Einige dieser Veränderungen haben sich als sehr hilfreich erwiesen. Die Länderwahl war verdammt gut gelungen und ich war heilfroh mich für die Emily und nicht die He-115 entschieden zu haben. Ich hab nämlich schon Freitagabend prophezeit, dass wir in Kreuzerdecks ersaufen würden. Was sich dann auch promt als wahr erwies. Lucky und Papa Locke hatten zumindest Landeinheiten im Deck, die über einen Opel Blitz oder eine PAK hier und da hinausgingen, ich hatte das einzige reine Landdeck. Ansonsten Krieg auf allen Weltmeeren. Gut bewährt hat sich auch die Entscheidung, in diesem Format als vorab auszuwählenden BA auf der Starthand die Kriegswirtschaft zu wählen und nicht ein Bombenlager (wie 90% aller anderen Spieler).
Wenigstens war ich nicht alleine so verpeilt, auch Ninyu ist mit einem uralten Achsen - Seedeck angetreten.

Samstagmorgen also nach Düsseldorf geballert, nach so c.a. 3h Schlaf und mal die mit 11 Spielern doch zahlenmässig relativ starke Konkurrenz beschnnüffelt. Da die Herren Mehdorn und Schell Seriensieger und 3fach DM Mephisto die Tour vermasselt hatten, war klar, dass zum ersten mal jemand anderes den ersten Platz machen würde.
Und dann gings zur Sache, die Panzerarme - Nord durfte das erste mal zum Angriff antreten.

Match 1: Madserk (Achsen - Panzer) vs. Markus (Ally - Seedeck)

Ein langes hartes Match, was vor allem auch daran lag, dass sich zwei sehr langsame Decks gegenüber standen. So dauerte das Gefecht bis zur letzten Minute der 80 minütigen Spielzeit. Anfangs lief alles perfekt, Ölfeld und Wirtschaftsprojekt haben sehr schnell einen TW - Vorteil herausgearbeitet, dann kamen allerdings garkeine BAs mehr nach und die Lage glich sich wieder aus. Die Luftwaffe kam sehr gut und hielt den Gegner in Schach, aber an Flaggen mangelte es prekär. Ausgerechnet meine beiden 3-Flaggen Panzer kamen hoch, so dass einem gegnerischen Angriff auf mein Alam Halfa nichts entgegen zu setzen war (27 Flaggen im Deck, aber die 6 tauchen auf, ich glaube es hackt!). Im Gegenzug stürmten die Panzerdivisionen das gegnerische Kreta, was zur Zerstörung 2 feindlicher Zerstörer führte. Dann kam der Show Down in Iwo Jima, wo beide Decks versuchten sich mit Flaggenspam gegenseitig zu erdrücken. Zwar war meine Luftwaffe drückend überlegen und konnte die gegnerische Jagdwaffe schnell auseinander nehmen, aber beide englischen Flugzeugträger nahmen meiner Emily den Spaß am Angriff, zumal meine BV-138 in einem anderen Land lag und damit beschäftigt war eine Dido festzunageln, die ich in IWO Jima nun wirklich nich hätte brauchen können. Erst als Mavis auftauchte, began Emily die gegnerische Marine Stück für Stück auseinander zu nehmen und in der letzten Runde des Matches, hielten die mutigen Tankisten den ersten großen Sieg in Händen.

Match 2: Madserk (Achsen - Panzer) vs. Lars_01 (Achsen - Seedeck)

Ein unangenehmes Spiel. Im nachinein weiß ich nicht mehr so recht wie es dazu kommen konnte. Lars hatte keine Siegkombo an Ländern mitgebracht, dafür aber Finnland im Gepäck. Am Anfang bauten sich beide Decks nebeneinander auf, aber dann stellte sich bei mir ein Zwischenhoch ein, dass zur schnellen Eroberung von Alam Halfa führte. Mir sprangen nacheinander Karl Heinz und mehrere billige Panze auf die Hand und das Land wurde nach guter Väter Sitte einfach gerusht. Blitzkrieg pur, die Panzerarmee entdeckt die Freuden des Bewegungskrieges. Aber dann wurde es haarig. Lars gewann Finnland und durfte sich ab dato anstatt eine Karte ziehen zu müssen, Karten aus dem Deck suchen. Wieder entwickelte sich Iwo Jima zum Nervenkrieg. Rundenlang hatte ich einen Sturmlauf auf der Hand, den zu spielen einfach keinen Sinn machte, weil einfach keine Chance bestand, ausreichend Nettoflaggen zu erzeugen. Zudem spielte Lars seine Feuerwehr sehr konsequent und extrem effektiv, wodurch meine Bombe und somit auch mein Hafen wirkungsvoll ausser Gefecht gesetzt kamen. Dann suchte er sich auch noch eine Ar-196 raus, die ihm weitere Nettoflaggen einbrachte. Und in diesem Moment hüfte mir ein schnurrender Königstiger auf den Arm, der sofort ungesperrt gebaut und ins Gefecht geschickt wurde. Sturmlauf drauf und meinem Gegenüber gehen die Augen über. Die Panzerverbände stürmen weiter zum zweiten großen Sieg.

Match 3: Madserk (Achsen - Panzer) vs. Papa Locke (Ally - Rush)

Ich HASSE es gerusht zu werden! Ich bin normalerweise der Rushspieler verdammt nochmal, ich hasse es wenn es mir selber passiert! Ich war der Überzeugung, dass Infrush im Highlander nicht funktioniert, was sich auch bewahrheitet hat, dass allerdings jemand so konsequent mit allen 3 Teilstreitkräften rushen würde, hatte ich nicht erwartet. Locke hatte schnell Brückenleger, kleinen Flughafen, kleinen Hafen auf dem Tisch und überflutete den selbigen mit Infanterie, Panzern, Flugzeugen, Zerstörer und was weiß ich nich noch alles, hauptsache es kann ungesperrt verlegen. Ich kam mir vor wie die Verteidiger von Stalingrad, jeder Panzer der vom Band rollte, musste sofort ohne Verzögerung an die Front, in diesem Falle Iwo Jima. Ansonsten standen nur 3 7-Punkte Länder zur Auswahl. Irgendwann zog Locke alle Einheiten aus Iwo Jima ab (Und griff zur selben Zeit bereits die anderen 3 Länder alle mit mindestens 4-5 Flaggen an!) und ließ mich das Land gewinnen, was meine Aufmarschzone komplett überlaufen ließ. In den nächsten Runden gewann er dann in schneller Folge zwei Länder für 14 Siegpunkte, ohne dass ich mich dagegen hätte wehren können. Dann massierte sich alles im letzten Land. Auf der Gegenseite war inzwischen einiger Sperrschaden angekommen und ich konnte nur noch Flaggen dagegen bauen. Da abzusehen war, dass in der noch verbleibenden Zeit keine Entscheidung fallen würde, einigten wir uns darauf, das Spiel beim Stand von 8:14 mit einem kleinen Sieg für Locke vorzeitig zu beenden. Mit einer blutigen Nase und einem blauen Auge davon gekommen, mussten sich die Panzermänner das erste mal zurück ziehen.

Match 4: Madserk (Achsen - Panzer) vs. Winnie Puh (Achsen - Seedeck)

Die Verluste an Fahrzeugen sind ausgeglichen, Personalersatz ist eingetroffen, Brennstoff und Munition sind verstaut, auf zum vierten und letzten Match. Anfangs freute ich mich, als Winnie mir Ägypten vor die Nase legte, ein weiteres 7er Land und eine Siegkombo passte mir ganz gut ins Konzept. Die Freude hielt nur kurz. Die Monotonie der BAs die sich auf meiner Hand ansammelten, wurde nur sehr selten durch ein Flugzeug oder eine einzelne AK durchbrochen. Aber Sackzement, wo sind denn meine Flaggen!!! 2 lächerliche Panzer waren alles was sich blicken ließ. Die beiden mussten dann Winnies LAs in Ägypten wieder aufräumen gehen, um schlimmeres zu verhindern, wobei sich ein sehenswertes Schattenboxen mit Einsatz von Flugbooten, AKs usw. ergab. Was in dieser Phase sehr half, war die Tatsache dass ich mit meiner Bombe und einer frühen Helen Winnies Versorgung mit BAs empfindlich stören konnte, so dass er auch nicht weiter kam. Irgendwnn platzte dann der Knoten, als ich die Flaggen-Blase im Deck fand und nach einer MG-Prod nacheinander 3 Tiger aufrollten und Iwo Jima fiel. Das war dann auch das Ende, denn die zurückkommenden Panzer taten sich mit einem ungesperrt gebauten Karl Heinz zusammen und rückten ohne Verzögerung in Ägypten ein, dass dann auch fiel. Königstiger vor Kairo, das Divisionsbanner auf der Cheopspyramide, deutsche Panzer am Suez Kanal. Sieg auf ganzer Front.

Im Anschluss an den siegreichen Feldzug ergoß sich eine Flut von Auszeichnungen über die siegreichen Achsen Kommandeure, in Form von Urkunden, schicken gläsernden Pokalen und Goldstichkarten. Und nach einem anfänglichen Computerwirrwarr durfte ich mich sogar auf Platz 2 einsortieren. Mein erster Sprung aufs Treppchen bei der vierten DM.

GEZI-GENERAL

Das Testen am Vorabend, auf das ich mich schon gefreut hatte, entfiel ja mangels vorhandener Decks der potentiellen Sparringspartner. Ich habe lediglich ein Spielchen gegen Ninyu gemacht, allerdings mit einem Zerstörerdeck, bei dem ich lediglich die endültige Gewißheit erlangt habe, dass es zwar gut ist, aber leider viiiiiiiel zu langsam. Ich hatte dann noch geschwankt, ob ich ein Ally-BB-Deck spielen soll, habe mich aber im Gegensatz zu Madserk mal schön völlig verschätzt, was für Decks da antanzen würden. Zwar sind HL-Decks seelastiger als SF-Decks, ich hatte aber dennoch mit Ally-Inf-Rush und Inf/Panzer-Achse gerechnet. Daher hielt ich die Wahl eines Seedecks für ziemlich clever, da auch die meisten Landeinheiten nicht viel von meiner Bretagne zu sehen bekommen hätten. Naja, so kann man sich irren...

Match 1: Gezi vs. Ninyu (Seedeck Achse, Ukraine/Schwarzes Meer)

Na toll! Normalerweise hätte ich jetzt schon Haus und Hof verspielt, denn eigentlich konnte mein Gegner bei einer AUSLOSUNG nur Madserk heißen. So aber begann dieser Tag, wie der letzte Abend und die letzte DM für mich endeten: mit einer Konfrontation gegen den weisen, alten Mann aus Itzehoe. Am Vorabend siegreich, auf der vergangen Meisterschaft durch einen Poker verloren, mal gucken, was heute rausspringt. Sein Deck kannte ich schon, und wusste, das Geschwindigkeit für mich wichtig sein würde, denn er spielte ebenfalls ein Seedeck, das auch in der Luft gut besetzt war. Tja, und dann gibt es Tage, da läuft es, und solche da läuft es so richtig. Das hier war so einer. Starthand gesehen, und gleich gewusst: das ist ein Hit, eine der allerbesten Starthände, die ich jemals bei HoW hatte. Kriegswirtschaft (gewählt), Wirtschaftsprojekt, Sabotage, beide LKW, außerdem ein Bombercockpit als Beschleuniger und eine Flakbatterie zum Basisschutz. Da ich die Sabo schon hatte, habe ich in Runde 2 auch erstmal meine Kriegswirtschaft gegen die 227Pfünder eingetauscht und Ninyus Kriegswirtschaft damit entsorgt. Trotzdem brachte er noch einen Opel ins Spiel. In den nächsten Runden folgten Sabo und Bombercockpit. Das Bombercockpit begann in Runde 4 mit dem Spiel seines Lebens: manchmal ist das Teil ein Fluch, das diebische Freude daran hat, dem Gegner alle Aktionskarten und Flugboote im Deck zu zeigen. Diesmal kam IMMER die richtige Karte zur richtigen Zeit. In Runde 4 kam mein Falli, na klasse, Überraschungseffekt dahin. Schon am Fluchen gewesen, dann hab ich bemerkt, dass das natürlich die beste Gelegenheit war, Ninyus Opel gleich in dieser Runde zu entsorgen und so meinen TW-Vorsprung zu wahren. Zwei Runden später wollte ich eigentlich mal schön einen auf dicke Hose machen und mit der 190er vortäuschen, was alles in meiner Luftwaffe steckt, aber mein Griff zum Bombercockpit war so zwangsläufig wie der vom Junkie zur Spritze. Hmm, Andrea Doria, jawoll, hab noch 7 TW. Ab da ließ ich jede Runde einen dicken Pott zu Wasser, natürlich in darauffolgenden Runde wieder mit dem BC vom Deck gespielt. Ninyu kam zwar auch ins Spiel, aber eben um 1-2 Runden versetzt und lief mir hinterher (ein dummes Gefühl, mir ist genau das gleiche auf der letzten DM gegen Mephisto passiert). Ich hatte mich für eine Eroberung der Ukraine entschieden, da ich dadurch mit einem der verbleibenden drei Länder gewinnen konnte. Die Absicherung dieser Aktion durch eine ins Land geworfene Arado erwies sich als überflüssig (was sich übrigens durch das gesamte Turnier ziehen sollte!). Als Besatzungsmacht blieben der Opel, der Falli und die Kongo zurück(?). Der Falli hatte dies wohl mit seiner Entlassung aus der aktiven Laufbahn verwechselt, jedenfalls bekam ich ihn nie mehr während des Turniers zu Gesicht. Ninyu hatte derweil mein Ägypten im Visier, was ich ihm durch meine BV138 noch zwei Runden lang vermieste, bis seine Veltro dem ein Ende machte. Parallel dazu hatte ich mich aber schon mit massiver Fahnenübermacht im Schwarzen Meer eingenistet (nun kamen auch endlich mal meine Landausbauten!), so dass ich nach nicht mal einer halben Stunde mit 15-7 den ersten großen Sieg des Tages eingefahren hatte.

Match 2: Gezi vs. Papa Locke (landlastiger Allrounder Allies, Belgien/Alam Halfa?)

Vorweg: ich bin mir nur bei Belgien sicher, definitiv waren es aber zwei 7er-Länder, die Papa Locke gespielt hat.

Papa Locke hatte in Runde 1 ein Freilos, so dass ich über sein Deck gar nichts wusste. Auch den Spieler kannte ich gar nicht, aber eben das fand ich reizvoller als immer nur gegen die bekannten Gegner anzutreten. Allerdings kam mir seine Länderwahl sehr entgegen, da ich nur irgendwie mein Ägypten gewinnen musste, um mir den Sieg zu sichern. Diesmal musste ich die Kriegswirtschaft für die Sabo opfern, ansonsten war mein Spielbeginn ok, aber nicht sensationell. Bißchen Luftwaffe, ein LA, der Fiat, also quer durch den Gemüsegarten. Wieder einmal machte die Andrea Doria als erste ihre Jungfernfahrt, die sie zunächst nach Belgien führte, wo einige gepanzerte Schuhkartons polnischer und französischer Bauart übereifrig Besitzansprüche angemeldet hatten. Dort wurde ab jetzt jede Runde fleißig Altmetall produziert, allerdings baute Papa Locke unverzagt Nachschub, z.T. auch hochseetauglicher Natur. Er machte jedoch den schwerwiegenden Fehler, meinen Sieg in Ägypten nur aus der Ferne zu bewundern anstatt ihn zu erschweren oder gar zu verhindern. Mein zweiter Schlachter eroberte dann relativ unspektulär zusammen mit einigen LA's und dem Mörser (?) dieses wichtige Etappenziel, während der Pilot der Arado sich zum wiederholten Male fragte, ob dieser Alarmstart schon wieder nur ein Probealarm war. Da Papas Airforce wohl erst '42 mit der Rekrutierung von Piloten begonnen hatte, konnte ich die Bretagne sogar mit einem Minimum an Luftschutz sichern und langsam auffüllen, während ich in Belgien mich mit dem Rest meiner Jagdgeschwader einnistete um ihn auch noch daran zu hindern, wenigstens ein Land zu erobern. Das gelang mir und das Spiel ging nach ähnlicher Zeit und Rundenzahl wie die Partie gegen Ninyu gegen einen sehr angenehmen Kontrahenten mit 15-0 an mich.

Match 3: Gezi vs. Winnie Puh (Landdeck Achse, Ägypten/Rumänien)

Nach etwa 50 Minuten Zwangsause bis zum Rundenende lautete der allgemeine Konsens: 30 min Mittagspause! Die übrigen Partien in beiden Runden waren bisher immer hart an der Zeitgrenze geblieben bzw. waren auch mit kleinen Siegen zu Ende gegangen. Insofern war das natürlich nachvollziehbar. Immerhin hatte ich mir schon durch meine beiden schnellen Partien ein Blick von den übrigen Decks machen können, v.a. interessierten mich der LA-Anteil und die Aktionskarten. Tja, nun also gegen Winnie Puh. Wir hatten beide bisher zwei große Siege zu Buche stehen. Aber so gut, wie mein Deck in den ersten beiden Runden lief, war ich sehr zuversichtlich. Vielleicht war es das, was mich dazu verleitete, meine Starthand zu behalten. Ein Stuka, die Helen und die Flakbatterie, Flughafen und Blohm und Voss schienen mir ausreichend zu sein. Falls ich keinen anderen Beschleuniger nachziehen sollte, wäre das nicht so schlimm, dann würde ich eben erst mal mit dem Flughafen + Blohm und Voss (von der ich dachte ich brauche sie gegen Winnie nicht) 2 Karten ziehen. Und DAMIT sollte sich auf jeden Fall etwas machen lassen. Ok, soweit der Plan...

In Runde 1 baut Winnie einen Opel, ich nichts. In Runde 2 brachte ich meine Sabo ins Spiel, war Verteidiger und konnte somit abwarten, ob er etwas baut. Da das nicht der Fall war, konnte ich nun meine Raffinerie nach Ägypten bauen. Runde 3 beginnt, und der TW-Stand ist ausgeglichen 4 zu 4. Und oh wunder, auf beiden Seiten wird eine Helen gebaut. Hmm, ich als Angreifer verlege nach Rumänien, wo sein LKW liegt, im Bewußtsein, eine Flakbatterie und mittlerweile auch die 109F-4 auf der Hand zu haben. Winnie zieht hinterher um seinen LKW zu schützen. In Runde 4 muss er dann meiner Trop in die Augen blicken und feststellen, dass ein Basisangriff wohl nicht so schlau ist. In dieser frühen Phase paßt für mich der Wechselrhythmus zwischen Angreifer und Verteidiger perfekt. Weil ich in dieser Runde verteidige ist meine Basis safe und ich kann den Jäger später noch verlegen. Dann greift meine Helen im Land an. Blocken darf Winnie nicht, denn dann würde er nächste Runde seine Helen an meinen Jäger und eine Basis verlieren. Also bleibt ihm nur der Rückzug und ich erwische seinen Opel. Toll! Naja, eigentlich toll! Denn das war erstmal das Ende der Herrlichkeit. Was danach auf beiden Seiten passierte, ließ sich nur als Not gegen Elend bezeichnen. Bis dahin hatte ich zwar schon Flaggen in Form von zwei Dickschiffen gefunden, aber noch keinen vernünftigen Beschleuniger. Ok, also weg mit der BV. Zwei neue Karten auf der Hand, aber nichts dabei was mir sonderlich weiterhalf. Winnie hatte zwar alles an Basen, was man zum Glücklichwerden braucht, aber bis auf ein paar LA's (Flakscheinwerfer in Rumänien und Rohstoffsammler + noch irgendwas, die er in mein Ägypten gesetzt hatte) kam bei ihm auch nicht viel dabei rum. Durch meine Fw187 und die Ju87B-2 sah es in der Luft mittlerweile recht komfortabel aus (irgendwas muss man ja auch ziehen!). Durch meine beiden Pötte hatte ich eine gute Chance Ägypten zu erobern, war aber noch am Grübeln, was ich mit 4TW mehr machen soll, wenn ich keine Karten habe, für die ich sie ausgeben könnte. Wenn die Partie gegen Ninyu das Spiel des Bombercockpits war, dann hatte diesmal der Flughafen seinen ganz großen Auftritt. Die Rollbahn glühte, denn der BV folgten der Transportflugplatz und in der Runde darauf der Bunkerknacker. Und all das brachte mich kein Stück weiter. Bombenprod & Co ließen weiter auf sich warten. Ägypten konnte ich dann mt Hilfe von Veneto und Fuso (?) doch erobern, wobei Winnies LAs auf den Schrott wanderten. Die gerade eingetroffene Arado blieb aber nach den Erkenntnissen der vergangenen Gefechte dieses Mal auf dem Flugdeck – zu Recht Wenn ich es recht in Erinnerung hatte, musste ich einen Schlachter als Besatzungsmacht zurücklassen und Winnie verbriet nutzlos seine Bauchlandung, um den Stuka am Zerschroten eines LA zu hindern. Er hatte sich um eine Fahne verzählt, und dachte Ägypten bliebe noch offen. Naja, 7 Siegpunkte und TW bis zum Erbrechen. So viel Sand und so wenig Förmchen... Nächste Runde und ... wieder kein Beschleuniger, aber immerhin die finnische Hurricane. Also nichts wie rein in den Flughafen und zwei Karten mehr auf der Hand. Ok, immerhin der Ausgebrannte Hangar, den gleich gespielt und wieder eine nutzlose Karte mehr auf der Hand. Immerhin konnte ich mal der Bismarck zu etwas Wasser unterm Kiel verhelfen. Nächste Runde und tatsächlich die Fließbandproduktion! Ich hätte nie gedacht, dass ich mich über so einen C-Klassebeschleuniger mal so freuen würde, jedenfalls hab ich sie gleich mal eingesetzt und siehe da, so konnte ich in der nächsten Runde ein Bombenlager ziehen. Damit kam ich an meine übrigen Beschleuniger, zunächst mal an mein Bombercockpit und nun kam auch der nötige Draw zu meinen TW dazu. Winnies Bombe flog zwar noch auf mein Bombenlager aber da war es schon zu spät, um die Hochseeflotte noch aufzuhalten. Hätte er die 227er eingesetzt, bevor ich das Bombenlager das erste Mal eingesetzt habe, hätte er womöglich noch eine Chance gehabt. So aber gab er auf - für mich überraschend früh – denn mir fehlten noch bestimmt drei Runden zum Sieg. Allerdings hätte zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr viel anbrennen können und vom Timeout waren wir noch sehr weit entfernt. Endstand 15-0 in einem für beide Seiten entnervenden Spiel.

Match 4: Gezi vs. Lars01 (Seedeck Achse, Finnland/Sumatra)

Nach drei nicht gerade spannenden Spielen mit zweimal drückender Überlegenheit und einem Spiel gegen Winnie, das so zäh lief wie ein breitgelatscher Kaugummi, kam im letzten Spiel dann noch ein wirkliches Highlight gegen Lars. Auch ein Spieler, gegen den ich noch nie gespielt hatte, aber die zweite positive Überraschung des Tages. Ein sehr angenehmer Gegner, mein einziger Kritikpunkt: sooo spannend hätte dieses Spiel nicht unbedingt werden müssen Meine erste Starthand hatte ich als positiven Lerneffekt aus dem Spiel davor gleich wieder weggelegt und die zweite war denn auch ganz passabel. Trotzdem kam ich anfangs irgendwie nicht so richtig aus dem Quark. Zwei LA in Ägypten, dazu die Ari und der Opel aber etwas handfestes ließ zunächst auf sich warten. Lars spielte zwei Sperrzerstörer, die Kaga und ein Schlachtschiff. Damit eroberte er skandalöserweise Finnland bevor ich Ägypten einnehmen konnte. Das wollte ich aber gleich in der darauffolgenden Runde ändern. Die Konstellation bekomme ich nicht mehr zu 100% zusammen, was aber evtl. daran gelegen haben könnte, dass man mitunter unliebsame Erlebnisse am besten mit der Verdrängungsstrategie bewältigt. Jedenfalls begann die Luft in Ägypten zu brennen.
Showdown in Kairo, erster Anlauf: Kongo und Fuso, geschützt durch Trop und Fw187 sollten die Wende in dieser Schlacht einleiten. Doch jetzt begann die Hochzeit von „Sperr-und-Entsperr-Lars“. Er zog mit seiner Fw190A-1 (und einem weiteren Jäger?) hinterher, entsperrte die 190 und pustete mir einen Jäger vom Himmel. Ok, positiv betrachtet spar ich halt 1TW Wartung. Außerdem gewinne ich ja gleich Ägypten... Zum Glück hatte ich meinen Abschuß auf der Hand mit dem ich mich an der FockeWulf rächte. Unsere beiden verbliebenen Jäger tauschten ab und da praktischerweise kein Aufklärer von ihm einflog hatte ich 8 Fahnen. Lars schien aber noch nicht aufzugeben, denn er verlegte jetzt seine Seestreitkräfte nach Ägypten. Siegphase: Er setzte seinen Bunkerknacker ein, was ich zur Kenntnis nahm. Er setzte seinen Hafen ein, was ich ebenso ungerührt zur Kenntnis nahm.
Kurze Pause. Ich: „Ok, ich würde dann jetzt gerne Ägypten gewinnen“.
Lars: „Wie jetzt? Achso...na gut“ und spielt einen „Direkten Treffer“ (sperre ein Schiff)
Ich: „arrgh“.
Na toll, zum Rückzug war es jetzt zu spät, aber nächste Runde würden ihm ja hoffentlich die Überraschungen ausgehen. Aber nö, weit gefehlt. Diesmal schwirren Seit an Seit eine Arado und eine He115 ein. Och, das ist ja klasse. Beide stürzen sich auf meine Kongo, die immerhin noch die Arado mit ins jenseits nimmt. Ich hatte mich für die Arado und nicht für die Heinkel entschieden, weil die Verhältnisse in der Luft allmählich zu meinen Gunsten zu kippen begannen, und meine 190er, begleitet von kleineren Fliegern, verlegte nach Nordafrika. Dennoch zog sich die Fuso angesichts der größeren Seestreitkräfte des Gegners erstmal mit AK aus dem Krisengebiet zurück. Wunden lecken war angesagt. Nachdem eine schnelle Einnahme Ägyptens gescheitert war (irgendwie erinnerte mich das Ganze an das Spiel gegen Madserk letztes Jahr), stellte ich neue Truppenverbände zusammen. Erschwerend war dabei, dass ich mir angesichts von Lars unversehrter Marine den Verlust eines weiteren Schlachters als Besatzungsmacht nicht erlauben konnte. Darum musste neben meinem Flottenbau erstmal meine Basis mit der Bombe (zum Schutz eines LAs gegen die Splibo) und der SpliBo verstärkt werden. Eine einzelne Fahne war jetzt das Zünglein an der Waage was die Besatzungsmacht anging, darum schickte ich die beiden zunächst mit einem Scheinauftrag in die Bretagne, während meine durch einen weiteren Pott verstärkte Marine eine Runde später Kurs auf Ägypten nahm. Lars hatte sich schon die Bretagne als neues Ziel auserkoren, auch seine recht überschaubare Luftwaffe lag dort. Nicht nur deshalb zog ich die zwei Landeinheiten wieder zurück. Ägypten konnte ich so im zweiten Anlauf dann doch noch erobern. Erleichtert wurde das Unternehmen durch eine aus Sumatra gestartete Helen, die den gegnerischen Bunkerknacker ausschalten konnte.
Nachdem Ägypten dann doch noch gefallen war, war der Knoten natürlich geplatzt und ich baute in der nächsten Runde gleich mal zwei Schlachtschiffe. Um unnötige Konflikte zu vermeiden zog ich nun nach Sumatra. Zwar wäre in der Bretagne über den Kampf in der Luft ebenfalls noch ein Sieg möglich gewesen, aber ich wusste nicht genau, wie nah wir am Timeout waren, daher bevorzugte ich die sichere, weil schnellere Variante und gewann am Ende 15-3. Aber dieses deutliche Ergebnis fiel nach dem rundenlangen (Nerven-)krieg um Ägypten eindeutig zu klar aus und spiegelte in keinster Weise den Spielverlauf wieder. Ich hatte am Ende des Spiels noch ganze 5 Karten im Deck! Darunter die Bombenproduktion, Aufmunitionieren (aber kein Flieger mehr) und noch ganze zwei Fähnchen (Falli + Mörser). Und Lars hätte meines Erachtens weitaus größere Chancen gehabt, wenn er seine Sperrzerstörer konsequent eingesetzt hätte.

Die ersten 3:

1 Platz: Gezi-General (Achse, Control/Dickschiffe)
2 Platz: Madserk (Achse, Panzer)
3 Platz: Ninyu (Achse, Seedeck)

Konwacht (Spielberichte: Madserk, GeZi-General)

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